Màteja Kardelis

Màteja Kardelis, geboren 2001 in Novi Sad, lebt in Köln und schreibt und übersetzt auf Deutsch, Englisch und Serbokroatisch.

Er studierte Regie an der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg.

In seiner künstlerischen Praxis beschäftigt er sich aus queer-feministischer und postmigrantischer Perspektive mit Migration, Erinnerung und Mehrsprachigkeit.

Sein Text "im vorbeigehen / u prolazu" wurde mit dem Publikumspreis des Hans-Gratzer-Stipendiums ausgezeichnet und wird 2027 am Theater Drachengasse in Wien uraufgeführt. 2026 wurde er für den Retzhofer Dramapreis nominiert.

Derzeit studiert Màteja im postgradualen Studiengang Mediale Künste mit Schwerpunkt Literarisches Schreiben an der Kunsthochschule für Medien Köln (KHM).

Sein Stück DIE KÜHE wird bei WAS FÜR EIN DRAMA! #4 vorgestellt.

Máteja Kardelis

Fotorechte: Sena Koç

DIE KÜHE

Eine Verhaltensforscherin kehrt in ihre Heimat zurück, um den Fall einer verschwundenen Kuh zu untersuchen. Ihre Recherche legt verborgene Machtverhältnisse und strukturelle Gewalt offen, die weit über die Schlachtindustrie hinausreichen. Während der Fall die Gesellschaft zunehmend in Aufruhr versetzt, wird sie mit den Dynamiken ihrer Familien, ihrer Vergangenheit und den ungelösten Konflikten einer Beziehung konfrontiert.

Zitat

chor der arbeiter*innen:

und an den wänden der umkleidekabine, wo wir das blut und fett und den tod von uns wegzuwischen versuchen

stehen oft posters mit motivationssprüchen 

“everyday is a new chance”

“what you can do today, don’t leave for tomorrow” 

als wären wir auf einem fußballspielplatz und nicht in einem schlachthof

als stünden wir vor einem ball und nicht vor hunderten von kadavern

Màteja Kardelis | WAS FÜR EIN DRAMA!