Warum und wofür?

Entstehung

"Die Battle-Autoren" waren eine 2007-2011 aktive Initiative Berliner Dramatiker:innen und Theaterschaffender, die sich für die Stärkung der Gegenwartsdramatik und bessere Arbeitsbedingungen von Theaterautor:innen einsetzte. Zum festen Kern und den Gründungsmitgliedern der Gruppe gehörten die Dramatiker:innen Katharina Schlender, Andreas Sauter und Rolf Kemnitzer.

Die 10 Wünsche für ein künftiges Autorentheater sind ein 2007 initiiertes Manifest unter dem Motto „Uns pflegen heißt euch pflegen“. Es formuliert Forderungen für einen gerechteren und nachhaltigeren Umgang der Theaterbühnen mit Dramatiker:innen.

Die Gruppe formierte sich als Reaktion auf strukturelle Missstände in der Theaterlandschaft, in der zeitgenössische Autor:innen und ihre Werke oft zugunsten von Klassiker-Inszenierungen oder aufgrund prekärer Honorare vernachlässigt wurden.

Die Initiative erlangte vor allem dadurch Aufmerksamkeit, dass sie die ersten von öffentlichen Theaterbetrieben unabhängigen DramaTischTage in Berlin organisierte. Dieses freie Festival diente als Plattform zur intensiven Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Dramatik und brachte Autor:innen und Publikum direkt miteinander ins Gespräch.

2022 griffen wir, Katharina Schlender und Andreas Sauter, die 2009 unter dem Label der "Battle-Autoren" initiierten Kaltlesungen wieder auf und entwickelten das Format zum Festival weiter.

Gestartet sind wir 2022 mit einer Kaltlesungs-Reihe. Einmal im Monat haben wir an einem Abend jeweils zwei neue Theaterstücke vorgestellt, die noch in Arbeit waren.  

Im folgenden Jahr konzipierten wir die Lesereihe als 3-tägiges Festival, so wie es bis heute durchgeführt wird. Dadurch können alle Autor:innen bei allen PublikumsErlesungen dabei sein.

Veranstaltet haben wir die Kaltlesungen zuerst im Haus der Statistik, dann im tak (Theater im Aufbauhaus Berlin). Seit 2024 kooperieren wir mit dem Theater unterm Dach (TuD).

Von Anfang an haben wir den Saxophonisten Bernd Suchland mit ins Team geholt, da wir Musik im Übergang der Lesungen zum Gespräch als erweiternden Raum hinzunehmen wollten.

Warum?

Aus der eigenen Erfahrung und dem eigenen Schreiben heraus, hatten wir große Lust, den Autor:innen eine Plattform zu bieten, eine Textwerkstatt, einen Raum für Austausch und Entwicklung.

Wir sehen unsere Veranstaltung auch als jährlichen Seismograph dramatischer Textproduktion. Theatertexte sind Grundlage für Diskurse, für Inszenierungen, für Wirkung. Autor:innenschaft ist Verantwortung, Risiko und Sprachmacht. Dramatiker:innen schreiben Texte, die Welten eröffnen, Haltungen herausfordern, Denkweisen verändern. Und genau deshalb sollten Dramatiker:innen und ihre Texte schon in der Entwicklung gesehen, unterstützt und gefördert werden.

Wichtig war uns auch, mit WAS FÜR EIN DRAMA! dem Genre Drama und Gegenwartsdramatik eine neue Sichtbarkeit zu geben sowie dem Publikum einen Einblick in den Entstehungsprozess von Theaterstücken. Und da es in Berlin und im deutschsprachigen Raum noch keinen Ort für eine Förderung wie diese gab, war es höchste Zeit, ihn zu initiieren.

Ziel

Das Festival möchte spannende, herausfordernde, witzige, kluge und zum Nachdenken anregende Theaterstücke und Autor:innenstimmen bereits im Entstehungsprozess fördern. 

Wie sich zeigt, hat unser Format nachhaltige Wirkung: Beim Festival vorgestellte und diskutierte erste Stückfassungen feiern nach ihrer Weiterarbeit und Fertigstellung in der deutschsprachigen und internationalen Theaterlandschaft Erfolge.

So wurde z.B. das Stück „Akins Traum“ von Akin Şipal (2023 bei uns vorgestellt und diskutiert) zu den Autor:innen Theatertagen am Deutschen Theater 2024 eingeladen. Das Stück „Buddeln“ von Clara Leinemann (2022 bei uns vorgestellt und diskutiert) gewann 2024 den Niederländisch-Deutschen Kinder- und Jugenddramatiker:innen-Preis „Kaas&Kappes“. „Mosaik“ von Silvan Rechsteiner (2023 bei uns vorgestellt und diskutiert) wurde zum Berliner Stückepreis für junges Publikum 2024 am Theater Parkaue nominiert. Marcus Peter Tesch wurde mit einer Erweiterung des bei uns 2023 vorgestellten Stoffes "MITTEHMEHSOMMANACHSTRAUM (Faking Faery) ein Lustspiel in mehreren Katastrophen" fürs Autor:innen Atelier 2025/26 am Deutschen Theater Berlin eingeladen.

Entstehung des Festivals | WAS FÜR EIN DRAMA!