Was ist das Besondere an WAS FÜR EIN DRAMA! ?

Das Besondere an WAS FÜR EIN DRAMA! ist die Verbindung von künstlerischem Labor und öffentlicher Begegnung. Von Freitag bis Sonntag werden 8 Theaterstücke von 8 Dramatiker:innen, die noch in Arbeit sind, mit Anwesenden aus dem Publikum vor Ort besetzt und vom Blatt gelesen. Im Anschluss werden die Texte in moderierten Werkstattgesprächen diskutiert. 

Diese Form der aktiven Zuschauer:innenbeteiligung ist in dieser Konsequenz einzigartig im deutschsprachigen Raum. Sie fördert eine Haltung des Austauschs statt des Wettbewerbs und wirkt nachhaltig auf die Entwicklung neuer Dramatik.

Alle Autor:innen sind während des gesamten Festivals anwesend. 

Was sind Kaltlesungen?

Das aus dem englischsprachigen Raum stammende Format „Kaltlesung“ ist keine Lesung im herkömmlichen Sinn, sondern betont das Unfertige, den Prozess und dient der Überprüfung und Schärfung der Texte, die noch in Arbeit sind. Am Abend selbst, werden die Stücke vor Ort mit Menschen aus dem Publikum besetzt und ohne vorherige Probe vom Blatt gelesen. Diese performative „PublikumsErlesung“ ist eine bewährte Methode zur Textüberprüfung, die das Publikum aktiv involviert.

Werkstattgespräche

Genauso wichtig wie die etwa halbstündigen PublikumsErlesungen sind die anschließenden Werkstatt­gespräche, die einen Arbeits-, Forschungs- und Gedankenraum zu den Texten und zur neuen Dramatik öffnen. Die Gesprächsmoderationen werden von den Dramatiker:innen Katharina Schlender und Andreas Sauter geführt. Alle die gehört, gesehen oder mitgelesen haben, geben den anwesenden Dramatiker:innen eine Rückmeldung. Ziel ist es, einen offenen und konstruktiven Gesprächs- und Diskussionsraum zu etablieren, der den Autor:innen neben der Plattform, sich und ihre Arbeit sichtbar zu machen, neue Impulse, Ideen und Anregungen für die Weiterarbeit an ihren Texten gibt.

Dem Publikum ermöglichen wir neben dem Kennenlernen neuer Dramatik und den Begegnungen mit Autor:innen, auch einen Einblick in den Schaffensprozess dramatischer Literatur.

Musikalische Interpretationen

Nach jeder PublikumsErlesung improvisiert der Berliner Saxophonist Bernd Suchland im Übergang zum Gespräch eine musikalische Interpretation zum gehörten Text und eröffnet damit einen zusätzlichen Gedanken- und Klangraum.

Das Theater unterm Dach

Mit dem Theater unterm Dach (TuD) haben wir seit 2024 einen idealen Kooperationspartner für WAS FÜR EIN DRAMA gefunden. 

Das Theater unterm Dach sieht die Notwenigkeit neue Dramatik zu stärken und einen Ort dafür in Berlin zu etablieren.

„Dramen gehörten bis in die 1990er Jahre fest in die Verlagsprogramme und waren auch im Bewusstsein der Leser:innen Teil des belletristischen Kanons. Die Kaltlesungsreihe soll dazu beitragen, dass zeitgenössische Dramen in ihrer Formenvielfalt und thematischen Verdichtung beim Publikum wieder in den Fokus der Lektüre kommen.“

Das Theater unterm Dach ist Theater und Produktionsort für zeitgenössisches Sprechtheater und innovatives Storytelling der Freien Szene in Berlin. Der Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung, Produktion und Präsentation neuer zeitgenössischer Dramatik und Ästhetiken des Theaters, was dem Laborcharakter und unseren Zielen des Kaltlesungsformates sehr entspricht. Das TuD versteht sich als Ort der Förderung neuer, zeitgenössischer Narrative, die in Form von Stückentwicklungen, Uraufführungen und Deutschsprachigen Erstaufführungen den Spielplan ausmachen. Dieser Ansatz ist getragen von der Überzeugung, dass die sprachliche und ästhetische Qualität der Produktion mit Konzentration auf die Frage wächst, welche Bedeutung Narrative und sprachlicher Ausdruck für die Bühne haben.

Die Begriffe von Autor:innenschaft und Regie sind dabei offen für innovative Arbeitsansätze, die wegführen von hierarchischen Abhängigkeits- und Machtstrukturen.

Das Theater unterm Dach unterstützt das Projekt mit unbaren Leistungen wie Räumen, Personalkosten für Technik und Öffentlichkeitsarbeit im Gegenwert von jeweils 4500 Euro pro Veranstaltung. Darüber hinaus stellt das TuD aus dem Bezirkskulturfonds 2026 und 2027 Mittel in Höhe von jeweils 6000 Euro als Kofinanzierung zur Verfügung. Diese ideelle und finanzielle Unterstützung ist für uns als freie Projektinitiator:innen sehr wichtig. 

Ab Frühjahr 2026 wird das Theater unterm Dach saniert und barrierefrei ausgebaut.

WAS FÜR EIN DRAMA! #4 und alle anderen Veranstaltungen finden in der Übergangsspielstätte „Interkulturelles Haus", Schönfließer Straße 7, 10439 Berlin, statt.

Theater unterm Dach

Kaltlesung – Was ist das? | WAS FÜR EIN DRAMA!