Michael Hammerschmid
*1972 in Salzburg, lebt als Autor von Gedichten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Essays, Prosa sowie Texten für Hörspiel und Theater in Wien, wo er an verschiedenen (Kunst-)Universitäten Poetik und Schreiben lehrt und das Internationale Lyrik-Festival "Dichterloh" in der "Alten Schmiede" kuratiert. Einem breiteren Publikum ist er als Kinder- und Jugendbuchautor mehrfach ausgezeichneter Bücher bekannt.
Sein Stück engste oder die nichtsoldaten wird bei WAS FÜR EIN DRAMA! #4 vorgestellt.

Fotorechte: Barbara Schwarcz
engste oder die nichtsoldaten
„engste, oder die nichtsoldaten“ handelt von einem rückzug, der die beiden „engsten“ dazu bringt, sich und alles, was von draußen und (dr)innen auf sie eindringt, zu reflektieren und in eine endlich freie sprache und existenz zu übersetzen. ob ihnen das gelingt?
Zitat
dars: alles ist voll lawinen. jetzt ist es nicht mehr zu übersehen. sie haben sich gelöst. sie stürzen in einem fort. sie wissen nicht wohin und trotzdem stürzen sie weiter und nehmen soviel mit, wie sie nur können. sie können sich nicht mehr halten. es ist etwas haltloses in der luft. nicht auszuhalten, niemand fühlt sich verantwortlich. wie sie die lawinen lieben, es ist eine inbrunst, ein eifer darin. sie sehen ihnen mit kitschigen tränen der rührung in den augen zu. aber die lawinen kommen von selbst, heißt es. es sei nicht zu vermeiden gewesen, sagen sie. aber man kann nicht mehr atmen. man kann nicht mehr schauen, das viele weiß deckt alles zu und sie drücken die luft weg. an den atem hat man nicht gedacht, an den blick hat man nicht gedacht. nur ans weiß hat man gedacht. wohin das auge reicht. weißer schnee.
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Michael Hammerschmid: www.michaelhammerschmid.com